DER GUTE MENSCH
VON SEZUAN

BERTOLD BRECHT

Soll es ein andrer Mensch sein?
Oder eine andre Welt?

Zu unserem 20 jährigen Jubiläum wagen wir uns an Bertold Brechts Parabel „der Gute Mensch von Sezuan“. Drei Götter kommen auf die Welt, um einen guten Menschen zu suchen. Dabei kommen sie nach Sezuan, das für alle Orte steht, an denen Menschen von Menschen ausgebeutet werden, und werden fündig: Shen Te, die nicht nein sagen kann. Während es „allgemein heisst, dass uns nur noch die Götter helfen können“, lassen diese ihren guten Menschen allein zwischen gierigen Hilfsbedürftigen. Schnell am Rande des Ruins, kommt ihr ihr mysteriöser, aber geschäftstüchtiger, Vetter zur Hilfe.

Begleiten Sie Shen Te auf ihrer Suche nach einem glücklichen Leben, zwischen einem hoffnungslosen Geliebten und einem grosszügigen Freier, zwischen grenzenlosem, hilfsbereiten Geben und der rücksichtslosen Strenge des Vetters, mit dem sie allzu viel gemeinsam hat ...

Mit dem Stück öffnet Brecht das weite Spannungsfeld zwischen Moral und Egoismus, im dem wir uns auch auch alltäglich bewegen. Dabei zeigt sich, wie einfache Gesellschaftsmodelle schnell versagen. Kapitalismus und Kommunismus werden ebenso infrage gestellt, wie heutige linke und rechte Extrempositionen zur Flüchtlingspolitik oder einfache kirchliche Moralvorstellungen.

Wir bleiben zurück mit einem einfachen Menschen, sonst nichts.

Mit Musik von Paul Dessau